DER BALL IST RUND…

 

… und Tore gibt es überall. Sport- und Fußbälle gehören zu unserem Alltag – in Schule, Verein und Freizeit. Das Spiel mit dem Ball ist uns ein Vergnügen. Doch geht der Blick zurück auf die Hände, die in 700 Nadelstichen die 32 Waben zusammengenäht haben, ist das keine runde Sache. Und auch kein faires Spiel. Denn in der Sportartikel- und Ballproduktion sind miserable Arbeitsbedingungen an der Tagesordnung. Immer wenn eine EM oder WM ansteht, erlangt das Thema nochmal eine besondere Bedeutung, besonders für die ProduzentInnen in Sialkot/ Pakistan.

Acht von zehn handgenähten Fußbällen weltweit kommen aus der Stadt Sialkot, wo 30.000 Menschen von der Näharbeit am Ball leben. Kinderarbeit ist dort zwar dank internationaler Kampagnen mittlerweile verboten. Aber solange die Eltern zu schlecht bezahlt werden, müssen die Kinder weiterhin zum Familieneinkommen beitragen. Wenn nicht mehr in der Ballproduktion, dann anderswo – zum Teil unter schlimmeren Bedingungen.
Kinderarbeit ist besonders billig, und Kinder stellen keine Ansprüche. Viele gehen nie zur Schule. Die Konsequenz: Ein Leben in Armut.

Der Faire Handel setzt sich gegen ausbeuterische Kinderarbeit ein, zahlt höhere Stücklöhne für die handgenähten Bälle und hilft, durch die Förderung von Bildung und sozialen Projekten die Lebens- und Ausbildungschancen von Arbeiterinnen und Arbeitern in der Fußballindustrie zu verbessern. Er schafft auch Arbeitsplätze für Frauen: Fußbälle zu nähen ist die einzige Arbeit, die es in der Gegend um Sialkot für Frauen gibt. Im islamisch geprägten Pakistan ist es undenkbar, dass Männer und Frauen gemeinsam in einem Raum arbeiten, und so sind die Nähzentren für Fußbälle, in denen die Frauen unter sich bleiben, meist die einzige Möglichkeit für ein zweites Einkommen.

Mittlerweile gibt es ein breites Angebot an fair gehandelten Fußbällen aus Pakistan für alle Altersklassen in den Weltläden, im Süd-Nord-Kontor oder direkt bei der GEPA.

Zur Fußballweltmeisterschaft 2006 hat hamburg mal fair eine limitierte Sonderedition von fairen Hamburg-Fußbällen in Sialkot produizieren lassen. Genau 2006 der rot-weißen Bälle wurden öffentlichkeitswirksam ins Rollen gebracht. Eine prominent besetzte „Faire Hamburg-Elf“ mit dem damaligen FC-St-Pauli-Präsident Corny Littmann als Mannschaftskapitän sorgte für die nötige öffentliche Aufmerksamtkeit. Zahlreiche Hamburger Schulen und Hunderte von Hamburger Schülerinnen und Schülern beteiligten sich an unseren Fair Play-Aktionen. Ein paar faire Hamburg-Fußbälle von damals gibt es noch!

 

Weitere Informationen:

www.gepa.de
www.fairdealtrading.de
www.fairtrade-deutschland.de

Interessant für LehrerInnen und WeltladenmitarbeiterInnen: Zum Thema „Fußball“ gibt es einen Lernkoffer, der bei uns ausgeliehen werden kann.