Der Faire Handel …

… ist eine Handelspartnerschaft, die auf Dialog, Transparenz und Respekt beruht und nach mehr Gerechtigkeit im internationalen Handel strebt. Durch bessere Handelsbedingungen und die Sicherung sozialer Rechte für benachteiligte ProduzentInnen und ArbeiterInnen – insbesondere in den Ländern des Südens – leistet der Faire Handel einen Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung.

Auf diese umfassende Definition zum Fairen Handel einigten sich 2001 die wichtigsten Akteure des Fairen Handels. Was ist im Einzelnen darunter zu verstehen?

Wer sind die Partner und Akteure im Fairen Handel?

Der Faire Handel begann in den 70er Jahren mit Aktionsgruppen, die Produkte aus Ländern des Südens importierten, um den dortigen Bauern und KleinproduzentInnen einen direkten Marktzugang zu den Industrieländern zu ermöglichen. Auf diese Weise konnte der Zwischenhandel umgangen werden, so dass die ProduzentInnen mehr einnahmen. In dieser Zeit entstanden auch die ersten Weltläden, die Fachgeschäfte für den Fairen Handel.
Heutzutage werden Fairtrade-Produkte in der Regel von Importorganisationen wie GEPA, EL PUENTE, dwp, BanaFair u.a. eingeführt. Ihre Handelspartner sind vor allem basisdemokratisch organisierte Genossenschaften von KleinproduzentInnen (kleinbäuerlichen Familien, HandwerkerInnen, PlantagenarbeiterInnen) in Asien, Afrika sowie Mittel- und Südamerika – aber auch dort angesiedelte Unternehmen, die bestimmte soziale und ökologische Kriterien einhalten.

Was bedeutet „fair“ im Fairen Handel?

Ziel des Fairen Handels ist es, die Lebenssituation der ProduzentInnen in den Ländern des Südens zu verbessern. Sie sollen soviel für ihre Arbeit und Produkte bekommen, dass sie ein menschenwürdiges Leben führen können, eine angemessene Gesundheitsversorgung erhalten und ihre Kinder zur Schule gehen können. Deshalb erhalten die ProduzentInnen einen fairen Mindestpreis für ihre Produkte – das ist meist mehr, als auf dem Weltmarkt gezahlt wird. Darauf können sie sich verlassen, denn der „faire“ Preis ist stabil und schwankt nicht.
Zusätzlich zahlen die Importeure einen Fairtrade-Aufschlag, der der ganzen Produktionsgemeinschaft zugute kommt.
Bei ökologischer Produktion gibt es noch einen Bio-Aufschlag. Die Fairtrade-Prämie ermöglicht z.B. die Förderung von Frauen und den Aufbau von Bildungs- und Gesundheitsprojekten.

Aber es geht nicht nur um „mehr Geld“.
Andere Faktoren spielen im Fairen Handel eine ebenso entscheidende, wenn nicht sogar wichtigere Rolle: Langfristige verlässliche Handelsbeziehungen und die Vorfinanzierung, z.B. von Saatgut und Arbeitsgeräten, ermöglichen den Menschen Planungssicherheit. Beratung, Weiterbildung und Unterstützung bei der Produktentwicklung helfen bei der Existenzsicherung. Unterstützt wird auch die Umstellung auf ökologische Produktionsweisen.

  • Für die Einhaltung der Regeln des Fairen Handels gibt es regelmäßige Kontrollen und überprüfbare Standards.
  • In Deutschland vergibt die unabhängige Siegelorganisation Transfair für fair gehandelte Produkte das international anerkannte Fairtrade-Siegel.
  • Diese Produkte müssen dafür bestimmte Standards erfüllen. Transfair ist Mitglied von FLO, der internationalen Dachorganisation der Siegel-Initiativen. FLO entwickelt die Standards für fair gehandelte Produkte und legt sie international fest.

Wo kann man fair gehandelte Produkte kaufen?

Der Verkauf fair gehandelter Produkte erfolgt in erster Linie in den Weltläden. Neben dem Verkauf betreiben diese Fachgeschäfte für den Fairen Handel auch Bildungs-, Informations- und Kampagnenarbeit zu Themen wie Fairer Handel, Welthandelsstrukturen, gerechter Welthandel etc. Dachorganisation der deutschen Weltläden ist der Weltladen-Dachverband e.V., der die Weltläden bei der Professionalisierung ihrer Arbeit unterstützt.

Einige Importorganisationen vertreiben ihre gesiegelten Produkte nicht nur über Weltläden, sondern auch über Supermärkte, Bio- und Feinkostläden sowie Drogerien. Inzwischen sind in rund 27.000 solcher Märkte (z.B. Budnikowsky, Edeka, Rewe) Produkte mit dem htt erhältlich. Zunehmend gibt es auch Fairtrade-Produkte in Online-Shops (www.gepa.de, www.eine-welt-shop.de u.a.).

Wie trägt der Faire Handel zu einer nachhaltigen Entwicklung bei?

Der Faire Handel bringt den ProduzentInnen nicht nur ökonomische Verbesserungen, sondern wirkt sich auch auf sozialer Ebene aus: Er stärkt die Eigenorganisation der ProduzentInnen, lässt sie ihre eigenen Rechte und Fähigkeiten besser erkennen und trägt so langfristig gesehen zu einem Empowerment der ProduzentInnen bei. Außerdem unterstützt der Faire Handel KleinbäuerInnen bei der Umstelltung auf eine ökologische Anbauweise, bei der sie auf Monokulturen, Pestizide und künstliche Düngemittel verzichten. So werden die Gesundheit der ProduzentInnen geschont und die natürlichen Ressourcen nachhaltig geschützt.


Hamburg

wachsende Fair Trade Stadt mit Weitsicht

Hamburg trägt seit 2011 den Titel „Fairtrade Town“, welcher von Transfair e.V. vergeben wird.
Die Bewerbung Hamburgs zur Fair Trade Town wurde genutzt, um den Fairen Handel in Hamburg insgesamt voran zu bringen.Für die Koordinierung der Aktivitäten bildete sich eine Steuerungsgruppe. Sie setzt sich aus der Senatskanzlei Hamburg, aus Wirtschaftsverbänden und Nichtregierungsorganisationen zusammen.
200 Geschäfte, 100 Cafés und Restaurants sowie 4 öffentliche Einrichtungen bieten Fairtrade-Produkte an. Diese Kriterien für den Titel „Fairtrade Town“ für Hamburg sind erreicht.

Auf Initiative von hamburg mal fair geht es um mehr als das Erreichen der vorgegebenen Kriterien für Hamburg als Welthandelsstadt.Die Vision ist fair gehandelte Produkte breit zu verwenden und Projekte rund um das Thema „Fairer Handel“ durchzuführen.Mit diesem Anliegen sollen neben Einzelhändlern, Restaurants und Cafés, Vereine, Bürogemeinschaften, Schulen, KiTas, Wohnprojekte, Personal- und Betriebsräte erreicht werden.

Hier gibt es mehr über die Kampagne „Fair Trade Stadt Hamburg“ zu erfahren.

Für andere Städte, die dem Beispiel folgen wollen, gibt es hier Informationen über die Kampagne.